Hybride Arbeitsformen - Eine Beispielsammlung

Corona hat es befördert: Mischformen von zu Hause und im Büro Arbeiten, das sogenannte hybride Arbeiten, haben sich in einem vor der Epidemie nicht geglaubten Umfang verbreitet. Die Unternehmen stehen nun vor der Frage: wie geht es weiter - nach Corona.

Klare Antworten gibt es nicht. Alle scheinen noch recht unschlüssig zu experimentieren, sozusagen trial and error. Die Politik setzt keine verlässlichen Rahmenbedingungen, die von ihr verordneten Maßnahmen erscheinen oft widersprüchlich. Man hat schon verstanden, dass man nicht mehr so viele Arbeitsplätze braucht wie in der Vor-Corona-Zeit; dies betrifft vorerst nur die Arbeitsplätze und (noch) nicht die arbeitenden Menschen.

Laut einer aktuellen PwC-Studie wollen 78 Prozent der 600 befragten Arbeitnehmer langfristig öfter von Zuhause aus arbeiten, die meisten zwei bis drei Tage. Die in der Studien befragten Arbeitgeber bestätigen diesen Trend.

Wir haben zwar eine Art Roadmap für virtuelles Arbeiten zusammengestellt, aber es gibt keine allgemeinverbindlichen Blaupausen, wie das zukünftige virtuelle oder hybride Arbeiten zu organisieren ist. Vieles hängt zu sehr von der konkreten Arbeitssituation ab. Wir stellen im Folgenden einige Beispiele vor:

  • Forschung in der Biochemie
    Arbeitsform des internationalen Teams um die Nobelpreisträgerinnen Carpentier und Doudna, die das CRISP/Cas9-Verfahren entwickelt haben, bekannter unter dem Namen Gen-Schere - vielleicht die folgenschwerste Entdeckung dieses Jahrhunderts.
  • Service-Center
    Der Bereich war schon frühzeitiges Opfer von Outsourcing-Strategien. Ausreichende Schulung und ein gemeinsames Strategie-Verständnis ermöglichen hohe Anteile an Home Office.
  • Softwareentwicklung
    Die Softwareentwicklung ist ein bewährtes Feld für unterschiedliche Organisationsformen der Arbeit. Methoden wie Scrum oder Kanban haben Abfolgen von Teamarbeit und Einzelarbeit in vielen Variationen ermöglicht. In dem hier berichteten Beispiel wurde allerdings auf solchen Methoden-Korsette verzichet.

Die folgenden Beispiele - Wir arbeiten noch daran:

  • Außendienst
    Je nach Größe des Anteils der Kundenbesuche am Arbeitsbudget sind Außendienste unterschiedlich organisiert. Außendienstler sind meist Einzelarbeiter. Doch mit steigendem Beratunsanteil an ihrer Dienstleistung wächst auch der Koordinierungsbedarf, der sich nicht mehr in Einzelarbeit erledigen lässt.
  • Sachbearbeitung
    Je stärker die Arbeit formalisiert ist, desto leichter lässt sie sich in Einzelarbeit erledigen. Je besser der Betrieb über gute Informationssysteme verfügt, desto größer ist die Unabhängigkeit vom Betrieb als Ort der Arbeit.
  • Produktionssteuerung
    Stärker als anderswo ist die Arbeit hier an den Betrieb als Ort der Arbeit gebunden. Doch auch hier nimmt der Anteil der Arbeiten, die von irgendwo wahrgenommen werden können, unaufhaltsam zu, z.B. in der Panung und Steuerung. Mit fortschreitender Digitalisierung wächst der Druck auf die Zusammenarbeit mit anderen Bereichen (Vertrieb, Einkauf).
  • Betriebsrat
    Stärker als in den meisten anderen Arbeitsbereichen sich Betriebsratsmitglieder auf den persönlichen Kontakt mit ihrem Kolleginnen und Kollegen angewiesen. Dies wurde in der Corona-Zeit weitgehend eingeschränkt. Besonders hart trifft es die freigestellten Betriebsratsmitglieder.
Interessiert?

Wir möchten gerne mit Firmen für ausgewählte Arbeitssituationen konkrete Modelle entwickeln, auch deutlich über bloßes brainstorming hinaus: Wie lässt sich unter Zuhilfenahme heute verfügbarer Techniken das Arbeiten nach der Corona-Pandemie vernünftig gestalten? Wir wenden uns insbesondere an die Betriebsräte. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie interessiert sind und Kontakt zu mir aufnehmen:

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Wir sind entschieden der Meinung, dass es besser ist, klare Zielvorstellungen zu haben, wie die künftige Arbeit gestaltet werden kann, anstelle die Entwicklung dem Zufall zu überlassen.

 

 

Karl Schmitz, Januar 2022