Vorbemerkung

Diese Seite befindet sich im Aufbau. Wir sammeln Beiträge, Beispiele, Kontakte und Fundstellen für alle am Thema Unabhängigkeit von den großen US-Anbietern Interessierte.


Digitale Souveränität - Struktur der geplanten Beiträge

Fahrplan für den Aufbau der Seite

Digitalisierung und Globalisierung haben uns in Deutschland und Europa in eine Abhängigkeit von den USA gebracht, die uns nicht mehr gut tut. Unter der Präsidentschaft von Donald Trump ist diese Abhängigkeit nicht nur in schonungsloser Offenkundigkeit sichtbar geworden, sondern hat sich weiter verstärkt.

Diese Rubrik wird eingerichtet, um Anregungen und Ideen zu liefern, für alle, die sich dafür interessieren, wie wir aus der wirtschaftlichen, politischen und mentalen Abhängigkeit heraus kommen und was wir dazu beitragen können - auf unterschiedlichen Ebenen.

Es liegt sicher nicht in unserer Macht, am großen Rad der Weltpolitik zu drehen, aber wir können - sozusagen bottom up - in unserem eigenen Einflussbereich und innerhalb unserer Kooperationsmöglichkeiten sehen, was sich tun lässt - und es auch anpacken.

Abhängigkeit

Abhängigkeit hat mit Macht zu tun, und Macht hat mehrere Dimensionen: Wirtschaft, Militär, Kultur, Wissenschaft und Forschung.

Die Abhängigkeit von den immer aggressiver auftretenden USA ist so dominant, dass sie auch Europas und Deutschlands Politikern nicht länger verborgen bleibt. Die beherrschende Technik für die Übermittlung der neuen Abhängigkeit ist die Informationstechnik, vermutlich der Grund für den Politiker-Aufschrei nach digitaler Souveränität (Hintergründe zeigen).

Menschen sind verschieden, ebenso Kulturen, Institutionen, Nationen und Staaten. Dass auf diesen Ebenen unterschiedliche Leistungen hervorgebracht werden, ist so lange kein Problem, wie der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren zu zumutbaren Bedingungen erfolgt. Dieser Austausch setzt Verlässlichkeit voraus. Vereinbarungen von heute sollten auch in absehbarer Zukunft noch gelten. Mit anderen Worten, es geht um Vertrauen.

Weltpolitik stellt sich als ökonomische, militärische und politische Macht dar. Der Zweite Weltkrieg hatte in diesem Ranking den USA die Vormachtstellung vor Europa beschert. In der Phase der Systemkonkurrenz im sogenannten Kalten Krieg hat sich die Auseinandersetzung auf die Polarität USA - Sowjetunion zugespitzt. China spielte noch keine Rolle. Konkurrenz und Wettbewerb war der mentale Sprit dieser Entwicklung.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion wurde aus westlicher Sicht als Sieg des „kapitalistischen“ Systems über das „sozialistische“ Sowjet-System begriffen. Das Sowjetimperium zerbröselte, übrig blieb Russland, dem Europa den Anschluss verweigerte. Unterdessen gelang China ein historisch einmaliger Aufstieg zum Anschluss an die Weltspitze in fast allen Bereichen.

Heute findet die Auseinandersetzung um die führende Position zwischen den USA und China statt, wobei immer mehr Beobachter die ersteren als sinking star, die letzteren als rising star sehen. Die Nebenrollen sind mit Europa und Russland besetzt.

Politische Auseinandersetzungen haben das für einen friedlichen Handel und den dadurch begründeten Wohlstand erforderliche Vertrauen in ökonomisches Handeln beschädigt bzw. zerstört. Die sich in Abhängigkeit von den big players befindlichen Akteure sind nervös geworden und suchen nun nach Wegen für eine größere Unabhängigkeit und Autonomie. Das gilt insbesondere für die Informationstechnik, weil sie eine Querschnittstechnik für fast alle Lebensbereiche geworden ist.

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Aktionsfelder

Unternehmen haben inzwischen die Möglichkeit, eigene KI-Modelle und auch eigene Chatbots einzurichten und sie mit unternehmensspezifischem Wissen anzureichen, siehe Dokument Kleine Chatbots. Wie dies möglich ist, könnte deutlicher, notfalls auch kleinteilig, auf dieser Seite ausgeführt werden. Eine Use-Case-Sammlung über spezifische KI-Anwendungen wäre hilfreich, ebenfalls eine Liste von Sprachmodellen (LLMs), die sich on premise installieren lassen, sowohl open source als auch etwas bescheidener open weight.

Kommunen haben angefangen, zumindest ihre Verwaltungen aus der teuren Microsoft-Abhängigkeit zu lösen. Wir sollten eine Seite einrichten, in der wir solche Kommunen aufführen, mit einer stichwortartigen Beschreibung, was sie tun einschließlich Links zu ihren Präsentationen und die Liste fortschreiben (Eine erste Auflistung hier). Diese Liste sollte anderen interessierten Kommunen den Kontakt erleichtern. Hilfreich wären auch Beispielseiten mit den Kostenvorteilen einer Office-Ablösung im vorher-nachher-Vergleich der Kosten.

Länder und Bund könnten eine Ausdehnung der Unabhängigkeit über Infrastruktur und Office-Programme hinaus auf Anwendungssoftware anstreben (Europäische/deutsche Produkte statt US-Produkte), Den Sonderfall Palantir sollten wir herausgreifen und Alternativsysteme benennen, mit Blick auf Europa und die EU.

Europäische Union: Auflistung der Anforderung an eine wirkliche Unabhängigkeit:

  • Infastruktur: Eigene Rechenzentren mit Cloud-Services als echte Infrastruktur, d.h. ohne Kapitalbeteiligung profitorientierter Firmen, nur staatlich finanziert, mit fairen Preisen zu Selbstkosten plus transparent erläutertem Aufschlag für künftige Investitionen als Angebot an Firmen und Institutionen.
    Eine hundertprozentige öffentliche Finanzierung scheint aus Gründen der längerfristigen Unabhängigkeit unverzichtbar. Firmen wie die Telekom mit solchen Aufgaben zu betrauen sind keine Lösung. Der Anteil der Bundesrepublik Deutschland beträgt nur 27 Prozent, der nächstgrößere Hauptaktionär ist schon Blackrock mit rund sieben Prozent. Der Rest befindet sich in Streubesitz und ist zu kollektivem Handeln kaum fähig. Somit wäre eine Unabhängigkeit einer solchen Lösung nicht gewährleistet.
  • Sprachmodelle: Auf europäischer Ebene, notfalls auch auf nationaler oder multinationaler Ebene Aufbau eines nur öffentlich finanzierten Large Language Models mit ausgewählten Trainingsdaten, in denen die üblichen Verzerrungen nach bestem Wissen und Gewissen vermieden werden.
  • Eigener Suchindex: Die durch die US-Firmen geprägte Weiterentwicklung verschafft der Kommerzialisierung des Internets immer mehr Vorschub. Um die Qualität des Internets als Informationsquelle zu erhalten, kommt dem Aufbau eines werbefreien Suchindexes wachsende Bedeutung zu. Die zaghaften Initiativen brauchen eine deutliche Unterstützung.
  • Forschung und Entwicklung: Wir sollten auflisten, welche Hochschulen und Forschungseinheiten F&E betreiben, die auch praktische Hilfestellungen für um Unabhängigkeit bemühte Firmen und Institutionen bieten.

Öffentliche Kontrolle bedarf gewisser Rahmenbedingungen. Das Management dieser Einrichtungen darf nicht mit ausgedienten oder ausrangierten Politikern besetzt werden, mit Blick auf die EU eine schwierige Aufgabe.

Wege zu größerer Unabhängigkeit werden bereits von anderen Ländern bestritten. Chile ist mit LathamGPT dabei, für den südamerikanischen Kontinent ein eigenes Sprachmodell aufzubauen, weil sie die Vorherrschaft der maßgeblich in englischer Sprache trainierten US-Modelle mit den bekannten BIAS leid sind. Dier finden Sie eine erste Übersicht über die wichtigsten europäischen Initiativen.

Ein besonderes Kapitel sollten wir den chinesischen Aktivitäten widmen und eventuell eine Prognose wagen.

Die Bedeutung des privaten Eigentums an den Ressourcen muss deutlich herausgearbeitet werden, insbesondere die Notwendigkeit, der Macht privater Konzerne eine kompromisslos öffentliche und demokratisch kontrollierte IT-Infrastruktur und Grundlagenforschung entgegenzusetzen.

Intellektuelle Lufthoheit

Hier geht es darum, diejenigen Institutionen aufzulisten, wo die Auseinandersetzung um die Zukunft der Digitaltechnik stattfindet und insbesondere hervorzuheben, welche europäischen Beiträge zu finden sind.

Zur Abgrenzung: Es geht nicht um Denkfabriken und ähnliche getarnte Lobbyorganisationen, sondern um wissenschaftliche und entwicklungstechnische Initiativen.

Mentale Abhängigkeiten

Das schwierigste Thema. Es soll nicht nur um Kritik an den Strategien der Eigentümer zur Absicherung ihrer Machtposition gehen, sondern um konkrete Handlungsmöglichkeiten von Staaten und Institutionen herunter bis zu uns Individuen.

Antworten und Anregungen: karl.schmitz@tse.de

 

    Februar 2026