
Viele Arten von Beeinträchtigung durch anhaltende Tätigkeit mit elektronischen Geräten sind in Studien nachgewiesen. Nach den social media haben KI-Anwendungen, insbesondere Chatbots, dazu beigetragen, die mit Computern verbrachte Zeit weiter zu verlängern.
Der folgende Text stellt nur eine Aufzählung von Themen dar, die in Studien über mentale Auswirkunen untersucht wurden, ohne im Einzelnen darauf einzugehen. Solange die Kommunikation mit Computern spezielle Geräte erfordert, ist klar, dass die Aufmerksamkeit sich auf visuelle und auditive Kanäle der Wahrnehmung konzentriert.
Generell lässt sich sagen, dass hohe Onlinezeiten mit Bildschirmnutzung zu einer Reduktion direkter physischer Sinneseindrücke und sozialer Resonanz führen und letztere durch visuelle und kognitive Überstimulation ersetzen muss:
Schon in seinem Buch Cyberkrank (2017) hat der Ulmer Neurologieprofessor Manfred Spitzer Unaufmerksamkeit als Folgen des Daddelns statt Denkens beschrieben, Einsamkeit und das Gefühl, nicht mehr Herr über das eigene Geschick zu sein, das alles werde durch die digitale Informationstechnik gefördert.
Die geschilderten Befunde erfahren eine spezifische Ergänzung durch die Nutzung von KI-Tools. Eine MIT-Studie vom Juni 2025 hat die Auswirkungen der Chatbot-Nutzung von Schülern für das Schreiben von Aufsätzen untersucht und einen Teufelskreis zwischen Bequemlichkeit und geistiger Erosion festgestellt. Messbare Auswirkungen der Nutzung der Tools auf die Gehirnaktivität haben die Wissenschaftler als "kognitive Verzerrung" bezeichnet. Die Gehirnscans wiesen verminderte Aktivitäten in Bereichen auf, die für komplexe Denkprozesse und die Gedächtnisbildung zuständig sind.
Es gibt inzwischen einige Studien zur Auswirkung langer Onlinezeiten auf das Sozialverhalten, unter anderem Veröffentlichungen, die sich des Themas annehmen, z.B. die in ihrer Interpretation der Auswirkungen sich weit hervorwagenden Bücher des Arztes und Molekularbiologen Michael Nehls, Das erschöpfte Gehirn (getoppt wenig später von seinem Buch Das indoktrinierte Gehirn).
Konsens scheint dabei zu sein, dass intensive Mediennutzung reale soziale Aktivitäten verdrängt, kritisches Reflektieren wahrgenommener Botschaften ausbremst und anfälliger für herrschende Narrative macht. Dies kann einen Teufelskreis in Gang setzen, wonach überdurchschnittlicher Medienkonsum soziale Kontakte einschränkt, was wiederum zu geringerer sozialer Akzeptanz führen kann, die dann erneut durch Mediennutzung kompensiert wird.
Unstreitig ist auch, dass das lange sich Beschäftigen mit den digitalen Gerätschaften zu Abhängigkeit führen kann, die zur Sucht wird.
Jeder kennt die Bilder: Man sitzt in einem vollbesetzten Zugabteil, fünf der sechs „Insassen“ sind mit ihren Smartphones beschäftigt. Oder eine Mutter, die sich nicht von ihrem Gerät abbringen lässt, neben einem quängelnden Kleinkind, ein Ehepaar sich gegenübersitzend, in ihre Handys versunken. Man kann die Corona-Zeit nicht ausschließlich dafür verantwortlich machen, aber die Annahme ist berechtigt, dass durch anhaltendes Einüben von Alleinsein und Abstand halten Einsamkeit und Sprachlosigkeit verstärkt wurden.
Ob die Trends umkehrbar sind, wird die Zukunft zeigen.
| Karl Schmitz | • Oktober 2025 |