Jack Welch altersweise?

Sein halbes Leben lang war Jack Welch eine Ikone der Verfechter des freien Marktes. Als Vorstandsvorsitzender des Mischkonzerns General Electric (GE) machte er sich als knallharter und skrupelloser Manager einen Namen, der Jahr für Jahr 10% der Belegschaft gefeuert hat. Bei seinem Einstieg als Konzernlenker bei GE hielt er 1981 eine vielbeachtete Rede, in der er die Steigerung des Shareholder-Value zur Grundlage seiner Unternehmensentscheidungen erklärte. Das "Konzept", Leute zu entlassen, um mit den "Erfolgsmeldungen" die Börsenkurse hochjubeln, gilt seit jenen Tagen als Vorbild für das Auspressen alter und neuer Firmen, die Heuschrecken grüßen.

"Alles ein großes Missverständnis!" sagt der mittlerweile pensionierte Heilsbringer jetzt in einem Interview der Financial Times unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Ausrichtung eines Unternehmens am Shareholder-Value sei die "dümmste Idee der Welt". Stattdessen möge man andere Faktoren berücksichtigen und in die Unternehmensstrategie einbeziehen: die eigenen Mitarbeiter, die eigenen Kunden, die eigenen Produkte.

Aha, das hat zwar lange gedauert, aber besser ein später Gewinn dieser epochalen Erkenntnis als gar keiner. Und natürlich bestreitet Welsh, dass er sich grundlegend geirrt hat, wie es sich für ein echtes Alpha-Tier gehört. Das Hinterherhecheln nach den Aktienkursen fand er nämlich noch nie so richtig gut,
...sagt er jetzt.

Nun ja, Welch dürfte die aktuelle Krise halbwegs standesgerecht überstehen. - Oder sollte sich ein Großteil der in Vorkrisenzeiten geschätzten 900 Mio. Euro Privatvermögen mittlerweile an der Börse aufgelöst haben und damit zum Denkanstoß beigetragen haben? Das Aktienchart von General Electric lässt jedenfalls so einiges erahnen...


Quelle: yahoo.de


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