SAP Business ByDesign - die neue Geheimwaffe?

nennt sich das - vormals unter A1S (All in One as a Service) gehandelte - neue SAP-System und soll die Zukunft des Softwareherstellers retten. Klappern gehört bekanntlich zum Geschäft, denn nur eine Handvoll auserlesener Kunden kennt bisher das Produkt überhaupt, aber es wird schon positioniert als die neue Rettung. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sollen dann alle Interessierten in den Genuss der neuen Wunderwaffe kommen.

SAP Business ByDesign ist eine Miet-Software, Programme und Daten befinden sich in der Walldorfer SAP-Zentrale. 133 Euro pro Benutzer und Monat soll die Kundschaft zahlen. Gedacht ist das Produkt hauptsächlich für den Mittelstand. Denn den braucht die SAP dringend für ihr künftiges Wachstum. Große Firmen - hierzulande zumindest - sind ja bereits zu über 90 Prozent SAP-Kunden, denen kann man nicht mehr viel verkaufen. Im Mittelstand hängt die SAP - je nach Definition - so bei 20 Prozent Marktanteil und versucht schon seit gut zehn Jahren, einen breiteren Fuß in die Tür zu bekommen - mit mäßigem Erfolg.

Der heiß umworbene Mittelstand hat künftig die Wahl zwischen

Entscheidender als diese Kundenverwirrung dürfte sein, dass die Mittelständler ihre Daten (gleich nach ihrem Geld ihr Bestes) aus der Hand geben und den Walldorfern anvertrauen sollen. Bisher gibt es dieses Konzept nur für Nischen-Anwendungen wie Customer Relationship (Salesforce.com) Management oder eRecruiting (Taleo).

Für Betriebsräte dürfte sich wieder eine Menge neuer Arbeit ergeben. Das neue System kommt daher mit einer Menge vordefinierter Funktionen (zu wenige noch, aber es bleibt ja noch Zeit), die dann von den Anwenderfirmen zusammengestellt werden können, das versteht SAP als Design. Viel Spielraum bleibt dabei nicht. Zu befürchtende Folge ist, dass die Firmen immer einheitlicher werden (wo doch gerade die individuelle Besonderheit die Stärke des Mittelstands war). Den Wünschen nach eigenen Gestaltungsspielräumen werden durch den Sachzwang des Geht nicht schnelle Grenzen gesetzt. Was das für künftige Betriebsvereinbarungen heißt, bleibt abzuwarten. Wir bleiben dran.

Karl Schmitz, Oktober 2009

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