
Die neue Plattform wird von SAP selbst als ihr wichtigster Schritt seit der R/3-Einführung bezeichnet. Kernstück ist ein Web Application Server, der auf dem quelloffenen Java-2-Enterprise-Edition-(J2EE) Standard beruht - ein Meilenstein auf dem Weg heraus aus der proprietären Software-Architektur. Vorteil: Praktisch alles an Software, was sich an Open-Source-Standards hält, ist integrierbar.
Entwickelt wurde die neue Wunder-Plattform in der ebenfalls neu gegründeten Tochterfirma In-Q-My, in der die im Jahr 2000 erworbenen Acquisitionen mit dem SAP-eigenen Know how aufgemischt wurden. Weiteres aus der neuen SAP-Wundertüte haben SAP Markets beizusteuern: elektronische Martplätze, Börsen, Portale.
Bei allem Bekenntnis zur Open-Source-Philosophie: Die Hintertür zur konkurrierenden Microsoft-Welt (.NET-Framework) bleibt allerdings offen, doch SAP gibt den Open Source-Standards den Vorzug, offensichtlich weil die .NET-Segnungen bisher nur Microsoft-Ankündigungen sind, die J2EE-basierte Software aber bereits beachtliche Marktverbreitung aufweisen kann. Immerhin ein historischer Fortschritt.
Folge: Die Tage der proprietären Programmierschnittstellen, der BAPI sind wohl gezählt. Anwendungen unterschiedlicher Hersteller können dann auf der mySAP-Technology-Plattform integriert werden. Vorerst allerdings hat man mit einer Begrenzung auf betriebswirtschaftliche Anwendungen vorlieb zu nehmen.
Unsere Meinung: Warum lässt das ganze SAP-Volk der Entwickler, Vertriebsleute und Berater in ihrer Tagesarbeit nichts von diesen epochemachenden Errungenschaften verlauten? Doch nur Anküngigungen? Wir werden sehen.
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