Märchenstunde bei LIDL

Man muss schon schwere Geschütze auffahren, um das Thema Arbeitnehmer-Überwachung in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen. Die Führungsmannschaft von LIDL hat in den letzten Wochen ganze Arbeit geleistet und bei der Vernebelung der Bespitzelungs-Affäre nebenbei ein Image-Desaster höchster Vollendung hingelegt:

Videoüberwachung und Mitbestimmung

Die geheime Videoüberwachung von Mitarbeitern ist gesetzeswidrig. Das Bundesverfassungsgericht lässt Ausnahmen von diesem Grundsatz nur in einem sehr eng gefassten Rahmen zu.

Möglich bleibt allerdings die nicht verdeckte Videoüberwachung in Unternehmen. (Unter Umständen ist sie sogar sinnvoll, etwa in Parkhäusern oder in Hochsicherheitsbereichen.)

Zulässige Gefahrenabwehr und unzulässige Mitarbeiterüberwachung liegen dabei nur allzu oft dicht beieinander: Betriebs- und Personalräte sollten daher unbedingt ihre Mitbestimmungsrechte für eine mitarbeiterfreundliche Regelung geltend machen. Wir stellen dazu auf unserer Website einige Arbeitspapiere zur ersten Orientierung zur Verfügung.

LIDL ist seit Jahren bekannt für seinen ruppigen Umgang mit Mitarbeitern und Betriebsräten. Immerhin kommt zum angerichteten Image-Schaden nun offenbar auch eine Kundenreaktion: Lidl-Chef Gehrig klagt über erboste Kunden und spürbare Umsatzeinbußen und gibt weiter den ahnungslosen Topmanager, der nicht weiß, was in seinem Laden vor sich geht.

In Panik gebracht, meldet Lidl nun zweierlei:

Nichts gehört, nichts gesehen, nichts gewusst. - wahrhaft märchenhafte Zustände beim Überwachungsdiscounter!

Dirk Hammann, tse GmbH

Bisherige Streiflicher...



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